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Afrikas Zukunftsperspektiven und die Herausforderungen im globalen Kontext

Afrika braucht Eigenverantwortung und keine Abhängigkeit von der Entwicklungshilfe - wie kannn das erreicht werden? Mehr als 100 Interessierte besuchten gestern Abend zu dieser Frage die Gespräche des Ökosozialen Forum OÖ unter der Führung von Landesobmann LR Max Hiegelsberger.

Für LR Max Hiegelsberger geht es darum, im ÖSF Themen zu diskutieren, die nicht Tagespolitik sind. Ein brisantes Thema wie die Konflikte in Afrika, der Klimawandel und die darauf folgende Migrationsbewegungen ist eines, über das objektiv berichtet werden muss. Keinesfalls darf man hier polarisieren. Das können andere machen. Ich stehe dafür nicht zur Verfügung.

Die beiden Referenten haben ein Bild gezeigt, das nicht verfälscht ist. In der Entwicklungsarbeit müssen auch wir neue Akzente setzen. Wir und hier meine ich OÖ und die Europäische Union müssen danach trachten, Rohstoffe in Land zu belassen, Arbeitsplätze in den Krisenregionen zu schaffen. Die Staaten müssen sich eine eigene Währungspolitik machen und demokratische Strukturen einrichten können. Auch in der Kommunikation über den Kontinent Afrika müssen wir uns ändern.

Afrika wird 2050 der jüngste Kontinent sein, schon jetzt ist jeder zweite Afrikaner jünger als 18 Jahre. Europa und Österreich braucht Zusammenarbeit mit den Menschen in Afrika. Mit den Schüleraustauschprogrammen, die wir im Bereich der Landwirtschaftsschulen in OÖ machen, sind wir auf dem richtigen Weg, “ so LR Hiegelsberger. Mag. Dr. Gerald Hainzl ist seit 2004 am Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement an der Landesverteidigungsakademie und Dozent an der Universität Wien. Er beleuchtet und forscht im Bereich der Konflikte in Afrika. Diese haben den Anfang genommen in der Kolonialisierung, denn Europa war in der Anwendung der organisierten Gewalt besser und das war ein großer Vorteil gegenüber den afrikanischen Staaten. Viele Konflikte entstehen im Kampf um Grund und Boden. Der Klimawandel, die Ausbreitung der Sahara und damit der Zugang zu Ressourcen ist ein großes aktuelles Thema. China ist in Afrika besser positioniert als Europa. Beispielsweise wird in Schulen in Uganda Chinesisch gelernt. Hier besteht großer Aufholbedarf.

Veye Tatah ist eine Informatikerin und stammt aus Kamerun, lebt heute in Dortmund und betreut ehrenamtlich zahlreiche afrikanische Projekte wie Frauennetzwerke und Jugendorganisationen. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland und war auch kürzlich Referentin bei der Friedenskonferenz in München. Sie sagt über ihren Kontinent: „Die Medien sind sehr selektiv, wenn es um Afrika geht. Es werden sehr oft barfüßige hungernde Menschen gezeigt. Es wird berichtet über Ebola und andere Krankheiten und man hat das Gefühl, der gesamte Kontinent ist betroffen. Man bekommt in Europa ein ganz verklärtes Bild. Und es wird in Europa mit deren Maßstäben gemessen, was schön und was nicht schön ist. Afrika wurde abhängig durch die Entwicklungshilfe. Wenn man in Afrika eine Schule baut und die wird zu klein, dann warten die Afrikaner bis einer kommt und die Schule größer macht. Es wird keine Eigenverantwortung vermittelt. Man muss Rechte und auch Pflichten erzeugen. Es geht nicht in erster Linie um Reduzierung der Armut. Es geht auch um Traktoren statt Panzer.

Wir in Afrika bekommen Bilder von Europa vermittelt, die nicht überall stimmen. Es tragen nicht überall die Hunde Kleider und es herrscht auch in Europa nicht überall Reichtum. Afrika muss eine eigene Entwicklung vollziehen. Es geht darum, eigene Produkte zu entwickeln und Selbstbewusstsein aufzubauen. Daher sind wir auch sehr bemüht mit dem Verein Africa positive und mit der gleichnamigen Zeitschrift ein anderes Bild von Afrika zu zeigen.“

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vlnr.: LR Max Hiegelsberger, Veye Tatah, Mag. Dr. Gerald Hainzl
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